Wie abhängig ist Ihr Unternehmen von einer Internetverbindung – und wie lässt sich das Risiko begrenzen?
Wenn wichtige Anwendungen in der Cloud betrieben werden, benötigen Mitarbeiter eine funktionierende Verbindung zu diesen Systemen.
Fällt das Internet im Unternehmen aus, können sie möglicherweise nicht mehr auf die Anwendungen zugreifen.
Für viele Geschäftsführer ist das eines der wichtigsten Argumente gegen einen Wechsel in die Cloud.
Denn die Frage liegt auf der Hand:
Was passiert mit unserem Geschäftsbetrieb, wenn die Internetverbindung plötzlich nicht mehr funktioniert?
Die Sorge ist berechtigt.
Allerdings hängt die Antwort davon ab, welche Anwendungen genutzt werden, wie sie bereitgestellt werden und welche Vorsorgemaßnahmen vorhanden sind.
Ein Internetausfall muss nicht zwangsläufig das gesamte Unternehmen lahmlegen.
Er kann aber erhebliche Auswirkungen haben, wenn wichtige Geschäftsprozesse ausschließlich über die betroffene Verbindung erreichbar sind.
Was passiert bei einem Internetausfall mit den Cloud-Anwendungen?
Zunächst ist eine wichtige Unterscheidung notwendig.
Wenn die Internetverbindung Ihres Unternehmens ausfällt, bedeutet das nicht automatisch, dass die Cloud-Infrastruktur selbst gestört ist.
Die Server können im Rechenzentrum weiterhin ordnungsgemäß funktionieren.
Ihre Mitarbeiter können sie über die ausgefallene Verbindung jedoch möglicherweise nicht mehr erreichen.
Die Daten sind dadurch nicht automatisch verloren.
Auch die Anwendungen müssen nicht ausgefallen sein.
Das Problem liegt zunächst beim Zugang zu den Systemen – nicht zwangsläufig bei den Systemen selbst.
Für den Geschäftsbetrieb kann diese Unterscheidung allerdings wenig tröstlich sein, wenn Mitarbeiter ihre Arbeit nicht fortsetzen können.
Deshalb sollte bereits bei der Planung geklärt werden, wie kritisch eine funktionierende Internetverbindung für die jeweiligen Arbeitsabläufe ist.
Bedeutet ein eigener Server mehr Unabhängigkeit vom Internet?
Bei einem eigenen Server, der im Unternehmensnetzwerk betrieben wird, können bestimmte Anwendungen auch ohne Internetverbindung erreichbar bleiben.
Voraussetzung ist, dass die erforderlichen Systeme und Verbindungen innerhalb des Unternehmens weiterhin funktionieren.
Das kann ein Vorteil sein.
Allerdings nutzen viele Unternehmen heute bereits Dienste, die eine Internetverbindung benötigen.
Dazu gehören beispielsweise Microsoft 365, externe Geschäftsanwendungen, Online-Portale oder die Kommunikation mit Kunden und Lieferanten.
Auch die Telefonie kann über internetbasierte Verbindungen erfolgen.
Deshalb bedeutet ein eigener Server nicht automatisch, dass das Unternehmen bei einem Internetausfall uneingeschränkt weiterarbeiten kann.
Die tatsächliche Abhängigkeit vom Internet ergibt sich aus der gesamten IT-Landschaft – nicht allein aus dem Standort des Servers.
Welche Geschäftsprozesse wären betroffen?
Bevor ein Unternehmen über Cloud oder eigene Server entscheidet, sollte es zunächst die Auswirkungen eines Internetausfalls betrachten.
Dabei helfen konkrete Fragen:
Welche Anwendungen benötigen zwingend eine Internetverbindung?
Welche Mitarbeiter wären bei einem Ausfall betroffen?
Welche Tätigkeiten könnten weiterhin ausgeführt werden?
Wie lange wäre eine Unterbrechung wirtschaftlich vertretbar?
Welche alternativen Arbeitsmöglichkeiten bestehen?
Welche Prozesse müssen möglichst schnell wieder verfügbar sein?
Die Antworten können innerhalb eines Unternehmens sehr unterschiedlich ausfallen.
Vielleicht kann die Buchhaltung bestimmte Aufgaben später erledigen.
Die Auftragsannahme oder Produktionssteuerung benötigt ihre Systeme dagegen möglicherweise ohne längere Unterbrechung.
Entscheidend ist nicht, ob das Internet irgendwann einmal ausfallen kann. Entscheidend ist, welche Folgen ein solcher Ausfall für Ihr Unternehmen hätte.
Wie lässt sich das Risiko eines Internetausfalls reduzieren?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Abhängigkeit von einer einzelnen Verbindung zu verringern.
Welche davon sinnvoll sind, hängt von den betrieblichen Anforderungen ab.
Eine zweite Internetverbindung
Eine zusätzliche Internetanbindung kann helfen, wenn die Hauptverbindung ausfällt. Sie sollte zur Bedeutung der betroffenen Geschäftsprozesse passen.
Dabei ist wichtig, dass beide Verbindungen möglichst unabhängig voneinander funktionieren.
Zwei Anschlüsse bieten nicht automatisch eine echte Absicherung, wenn sie beispielsweise dieselbe technische Infrastruktur oder denselben Leitungsweg nutzen und deshalb von derselben Störung betroffen sein können.
Automatische Umschaltung
Geeignete Netzwerkkomponenten können so eingerichtet werden, dass bei Ausfall der Hauptverbindung auf eine alternative Verbindung umgeschaltet wird.
Ob und wie schnell das funktioniert, hängt von der technischen Ausgestaltung ab. Die Umschaltung sollte im Rahmen des Betriebskonzepts regelmäßig erprobt werden.
Bestehende Verbindungen oder laufende Anwendungen können dabei unterbrochen werden.
Mobilfunk als Ersatzverbindung
In bestimmten Situationen kann eine Mobilfunkverbindung als zusätzliche Absicherung dienen.
Ob sie geeignet ist, hängt unter anderem von der Netzabdeckung, der verfügbaren Leistung und den Anforderungen der Anwendungen ab.
Alternative Arbeitsorte
Wenn Mitarbeiter auch von anderen Standorten aus arbeiten können, besteht möglicherweise die Möglichkeit, wichtige Aufgaben vorübergehend außerhalb des betroffenen Unternehmensstandorts fortzusetzen.
Das setzt geeignete Geräte, sichere Zugänge und entsprechende organisatorische Regelungen voraus.
Eine Ersatzverbindung kann das Ausfallrisiko reduzieren. Sie kann jedoch keine vollständige Verfügbarkeit garantieren.
Ein Beispiel: Wenn die Hauptverbindung ausfällt
Stellen wir uns ein Unternehmen mit 35 Mitarbeitern vor.
Die zentrale Geschäftsanwendung wird in einer Cloud-Umgebung betrieben.
Alle Mitarbeiter am Unternehmensstandort greifen über die vorhandene Internetverbindung darauf zu.
Eines Morgens fällt diese Verbindung aus.
Die Cloud-Anwendung selbst funktioniert weiterhin.
Die Mitarbeiter am Standort können sie über ihre bisherige Verbindung jedoch nicht mehr erreichen.
Wie stark der Geschäftsbetrieb betroffen ist, hängt nun von der vorhandenen Vorsorge ab.
Ohne alternative Verbindung müssen die betroffenen Mitarbeiter möglicherweise warten, bis die Störung behoben ist.
Mit einer geeigneten Ersatzverbindung kann der Zugriff nach einer Umschaltung möglicherweise wiederhergestellt werden.
Mit zusätzlichen Arbeitsmöglichkeiten könnten bestimmte Mitarbeiter ihre Aufgaben gegebenenfalls von einem anderen Standort aus fortsetzen.
Die Cloud-Infrastruktur ist in allen drei Situationen dieselbe und in diesem Beispiel weiterhin betriebsbereit.
Unterschiedlich ist lediglich, wie das Unternehmen den Zugang zu ihr abgesichert hat.
Die Verfügbarkeit einer Cloud-Anwendung hängt deshalb nicht nur vom Rechenzentrum ab, sondern auch davon, wie zuverlässig das Unternehmen darauf zugreifen kann.
Dieses Beispiel dient der Veranschaulichung und beschreibt kein konkretes Kundenprojekt.
Ist eine zweite Internetleitung immer notwendig?
Nein.
Nicht jedes Unternehmen benötigt dieselbe Absicherung.
Wenn ein vorübergehender Ausfall einzelner Anwendungen wirtschaftlich vertretbar ist, kann eine zusätzliche Verbindung möglicherweise unverhältnismäßig sein.
Wenn dagegen wichtige Geschäftsprozesse unmittelbar von einer Cloud-Anwendung abhängen, sollte eine geeignete Ersatzverbindung ernsthaft geprüft werden.
Dabei müssen Nutzen und Kosten gegeneinander abgewogen werden.
Auch die Art der Verbindung spielt eine Rolle.
Eine zweite Leitung ist nur dann eine sinnvolle Vorsorgemaßnahme, wenn sie das tatsächliche Ausfallrisiko ausreichend reduziert.
Die richtige Absicherung richtet sich nach den Folgen einer Unterbrechung – nicht nach einer pauschalen Empfehlung für jedes Unternehmen.
Können Mitarbeiter bei einem Internetausfall offline weiterarbeiten?
Das hängt von den eingesetzten Anwendungen ab.
Manche Programme ermöglichen es, bestimmte Daten lokal zu speichern oder Aufgaben vorübergehend ohne Verbindung auszuführen.
Andere Anwendungen benötigen dauerhaft eine Verbindung zum Server.
Auch bei Microsoft 365 können bestimmte Funktionen und lokal verfügbare Dateien unter geeigneten Voraussetzungen offline genutzt werden.
Allerdings stehen dabei nicht zwangsläufig alle Funktionen zur Verfügung.
Änderungen müssen möglicherweise später synchronisiert werden.
Deshalb sollte vor einer Cloud-Migration geprüft werden, welche Arbeitsabläufe im Fall einer unterbrochenen Verbindung noch möglich sind.
Offline-Arbeit ist keine allgemeine Eigenschaft der Cloud. Sie hängt von den konkreten Anwendungen und ihrer Einrichtung ab.
Was ist, wenn nicht das Internet, sondern die Cloud ausfällt?
Ein Internetausfall am Unternehmensstandort und eine Störung beim Cloud-Anbieter sind zwei unterschiedliche Ereignisse.
Bei einem Internetausfall kann die Cloud-Umgebung weiterhin funktionieren, während der Zugang gestört ist.
Bei einem Ausfall der Cloud-Infrastruktur kann die Anwendung dagegen auch dann nicht verfügbar sein, wenn die Internetverbindung des Unternehmens einwandfrei funktioniert.
Die möglichen Ursachen und Gegenmaßnahmen unterscheiden sich.
Deshalb sollten beide Szenarien getrennt betrachtet werden.
[Was passiert, wenn die Cloud ausfällt?]
Was sollte vor einem Wechsel in die Cloud geprüft werden?
Eine Cloud-Migration sollte nicht allein mit der Auswahl eines Servers beginnen.
Ebenso wichtig ist die Frage, wie die Mitarbeiter anschließend auf ihre Anwendungen zugreifen.
Dazu gehört eine Betrachtung der vorhandenen Internetverbindung und ihrer Bedeutung für den Geschäftsbetrieb.
Dabei sollten insbesondere folgende Punkte geklärt werden:
Welche Anwendungen werden künftig aus der Cloud bereitgestellt?
Welche Anforderungen stellen diese Anwendungen an die Verbindung?
Welche Auswirkungen hätte ein Ausfall der Hauptverbindung?
Welche technischen oder organisatorischen Alternativen sind möglich?
Welche Kosten wären für eine angemessene Absicherung vertretbar?
Erst auf dieser Grundlage lässt sich entscheiden, ob eine zusätzliche Internetverbindung oder eine andere Vorsorgemaßnahme sinnvoll ist.
Eine gute Cloud-Planung berücksichtigt nicht nur den Betrieb der Server, sondern auch den zuverlässigen Zugang zu den Anwendungen.
Wie unterstützt novotec bei der Absicherung?
Wir von novotec betrachten bei einer geplanten Cloud-Lösung auch die vorhandene Netzwerkinfrastruktur und die Internetanbindung.
Zunächst möchten wir verstehen, welche Anwendungen für Ihr Unternehmen besonders wichtig sind und welche Auswirkungen eine Unterbrechung hätte.
Anschließend können wir prüfen, ob die vorhandene Verbindung ausreicht und welche zusätzlichen Maßnahmen sinnvoll sein könnten.
Dazu gehören je nach Anforderungen alternative Internetanbindungen, geeignete Netzwerkkomponenten oder organisatorische Möglichkeiten für den Weiterbetrieb.
Für passende Cloud-Infrastruktur setzen wir auf Terra Cloud der WORTMANN-Gruppe.
Dabei betrachten wir die Erreichbarkeit der Anwendungen als Teil der gesamten Lösung.
Denn eine zuverlässig betriebene Cloud-Anwendung hilft Ihrem Unternehmen nur dann, wenn Ihre Mitarbeiter auch darauf zugreifen können.
Wie abhängig ist Ihr Unternehmen vom Internet?
Vielleicht nutzen Sie bereits mehrere Cloud-Dienste.
Vielleicht möchten Sie Ihre zentralen Geschäftsanwendungen künftig in einer Cloud-Umgebung betreiben.
Oder Sie fragen sich, ob Ihre vorhandene Internetverbindung dafür ausreichend abgesichert ist.
Dann lohnt sich eine Betrachtung Ihrer tatsächlichen Geschäftsprozesse und der möglichen Ausfallszenarien.
Weiterführende Informationen finden Sie hier:
[Was passiert, wenn die Cloud ausfällt?]
[Sind Unternehmensdaten in der Cloud wirklich sicher?]
[Wie läuft eine Cloud-Migration ab?]
Mit unserem Cloud-Check erhalten Sie eine erste Orientierung zu wichtigen Entscheidungsfaktoren.
Oder sprechen Sie mit uns über Ihre Anforderungen an Verfügbarkeit und Standortanbindung.
