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Cloud-Wissen für Geschäftsführer

Wann ist ein eigener Server die bessere Lösung?

Cloud ist nicht für jedes Unternehmen die beste Wahl. Manchmal spricht mehr für einen Server im eigenen Betrieb.

Wer sich heute mit der Zukunft seiner Unternehmens-IT beschäftigt, begegnet häufig einer klaren Empfehlung: Möglichst viele Systeme sollen in die Cloud verlagert werden.

Doch diese Empfehlung greift zu kurz.

Es gibt Unternehmen, deren Anforderungen mit eigenen Servern weiterhin zuverlässig und wirtschaftlich erfüllt werden können.

Manchmal sprechen besondere Anwendungen dafür. Manchmal die vorhandene Infrastruktur. Und manchmal sind es die betrieblichen Abläufe, die eine lokale Lösung sinnvoll machen.

Ein eigener Server ist nicht automatisch die schlechtere Lösung, nur weil es eine Cloud-Alternative gibt.

Entscheidend ist, welche Betriebsform für Ihr Unternehmen den größeren Nutzen bietet.

Was spricht grundsätzlich für einen eigenen Server?

Ein eigener Server wird häufig am Unternehmensstandort betrieben und stellt dort benötigte Anwendungen und Daten bereit.

Das Unternehmen entscheidet über die Anschaffung und kann die technische Ausgestaltung entsprechend seinen Anforderungen bestimmen.

Auch Wartung, Sicherheit und laufende Betreuung lassen sich an einen IT-Dienstleister übertragen.

Der wichtigste Unterschied zur Cloud liegt deshalb nicht darin, ob professionelle Betreuung möglich ist.

Er liegt darin, wo die Infrastruktur betrieben wird, wer die Hardware bereitstellt und welche technischen Abhängigkeiten daraus entstehen.

In bestimmten Situationen kann genau das für einen eigenen Server sprechen.

1. Wenn Anwendungen besonders eng mit dem Unternehmensstandort verbunden sind

In manchen Unternehmen arbeiten Geschäftsanwendungen unmittelbar mit Maschinen, Messgeräten oder anderen technischen Einrichtungen zusammen.

Das kann beispielsweise in der Fertigung, in Werkstätten oder in bestimmten logistischen Abläufen der Fall sein.

Wenn diese Anwendungen besonders kurze Reaktionszeiten benötigen oder spezielle Schnittstellen verwenden, kann ein lokaler Server Vorteile bieten.

Eine externe Cloud-Lösung wäre möglicherweise ebenfalls technisch realisierbar.

Sie könnte jedoch zusätzliche Verbindungen, Anpassungen oder laufende Kosten erforderlich machen.

Wenn eine Anwendung unmittelbar mit betrieblichen Prozessen vor Ort zusammenarbeitet, sollte ein lokaler Betrieb ausdrücklich als Möglichkeit geprüft werden.

2. Wenn der Betrieb auch ohne Internetverbindung weiterlaufen muss

Für manche Unternehmen ist eine funktionierende Internetverbindung unverzichtbar.

Andere möchten zumindest bestimmte Arbeitsabläufe auch dann fortsetzen können, wenn die Verbindung zum Internet gestört ist.

Ein eigener Server kann hierbei Vorteile bieten.

Wenn die benötigten Anwendungen, Daten und Anmeldedienste lokal verfügbar sind, können Mitarbeiter unter geeigneten Voraussetzungen weiterarbeiten.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ein eigener Server automatisch vollständige Unabhängigkeit vom Internet schafft.

Viele Unternehmen nutzen zusätzlich Microsoft 365, externe Dienste oder andere Anwendungen, die weiterhin eine Verbindung benötigen.

Entscheidend ist deshalb, welche konkreten Arbeitsabläufe bei einem Internetausfall verfügbar bleiben müssen.

3. Wenn die Anforderungen über Jahre weitgehend gleich bleiben

Cloud-Lösungen können Vorteile bieten, wenn IT-Ressourcen regelmäßig angepasst werden müssen.

Nicht jedes Unternehmen benötigt diese Flexibilität.

Ein Betrieb mit einer stabilen Mitarbeiterzahl, wenigen Veränderungen und gleichbleibenden Anwendungen kann seine Anforderungen möglicherweise über mehrere Jahre mit einer passenden eigenen Serverumgebung erfüllen.

Wenn die Hardware ausreichend dimensioniert ist und zuverlässig betreut wird, kann das wirtschaftlich sinnvoll sein.

Bei einer Cloud-Lösung würden dagegen regelmäßig Entgelte für die bereitgestellte Infrastruktur anfallen.

Ob diese günstiger oder teurer sind, hängt von der konkreten Ausgestaltung ab.

Flexibilität ist nur dann ein wirtschaftlicher Vorteil, wenn sie tatsächlich benötigt wird.

4. Wenn vorhandene Server noch sinnvoll genutzt werden können

Nicht jeder Server muss ersetzt werden, sobald eine Cloud-Alternative verfügbar ist.

Wenn die Hardware zuverlässig funktioniert, ausreichend leistungsfähig ist und weiterhin sicher betrieben werden kann, spricht möglicherweise vieles für den Weiterbetrieb.

Dabei müssen Wartungsmöglichkeiten, Herstellerunterstützung und das Risiko eines Ausfalls berücksichtigt werden.

Eine vorzeitige Ablösung kann zusätzliche Kosten verursachen, ohne dass daraus ein entsprechender betrieblicher Nutzen entsteht.

Das bedeutet allerdings nicht, dass vorhandene Hardware unbegrenzt weitergenutzt werden sollte.

Die richtige Frage lautet nicht nur, ob der Server noch startet, sondern ob er weiterhin zuverlässig, sicher und wirtschaftlich betrieben werden kann.

5. Wenn besondere technische oder vertragliche Anforderungen bestehen

Manche Anwendungen benötigen spezielle Hardware, bestimmte Betriebssysteme oder technische Konfigurationen.

Andere sind durch Lizenzbedingungen oder Herstellervorgaben auf bestimmte Betriebsmodelle beschränkt.

In solchen Fällen kann eine Cloud-Verlagerung aufwendig, teuer oder nicht zulässig sein.

Ein eigener Server kann dann die einfachere Lösung darstellen.

Allerdings sollten solche Anforderungen geprüft werden.

Nicht jede vermeintliche technische Einschränkung besteht heute noch. Manche Anwendungen wurden inzwischen für andere Betriebsformen freigegeben.

Entscheidend sind die tatsächlichen Voraussetzungen der eingesetzten Software – nicht die Annahme, dass sie nur auf einem eigenen Server funktionieren kann.

Ein Beispiel: Ein Fertigungsunternehmen mit besonderen Anforderungen

Stellen wir uns ein Fertigungsunternehmen mit 45 Mitarbeitern vor.

In der Produktion werden Maschinen eingesetzt, die mit einer zentralen Anwendung kommunizieren.

Diese Anwendung verarbeitet laufend Informationen aus der Fertigung und stellt sie den Mitarbeitern unmittelbar zur Verfügung.

Zusätzlich nutzt das Unternehmen Microsoft 365 für E-Mail und Zusammenarbeit.

Die Geschäftsführung prüft, ob die vorhandenen Server künftig vollständig in die Cloud verlagert werden sollten.

Bei der Untersuchung zeigt sich, dass die produktionsnahe Anwendung besondere Anforderungen an die Verbindung zwischen Maschinen und Server stellt.

Eine externe Bereitstellung wäre möglicherweise möglich, würde jedoch zusätzliche technische Maßnahmen und Abhängigkeiten schaffen.

Gleichzeitig besteht für die übrigen Dienste kein zwingender Bedarf an eigener Serverhardware.

Eine sinnvolle Lösung könnte deshalb sein, die produktionsnahe Anwendung weiterhin lokal zu betreiben und andere Dienste aus der Cloud zu nutzen.

Das Unternehmen entscheidet sich damit nicht gegen Cloud. Es entscheidet sich für eine IT-Struktur, die zu seinen betrieblichen Abläufen passt.

Dieses Beispiel dient der Veranschaulichung und beschreibt kein konkretes Kundenprojekt.

Bedeutet ein eigener Server automatisch mehr Sicherheit?

Nein.

Ein Server im eigenen Gebäude ist nicht allein deshalb sicherer, weil sich die Hardware in unmittelbarer Nähe befindet.

Auch eigene Systeme benötigen geeignete Schutzmaßnahmen, regelmäßige Aktualisierungen, kontrollierte Zugriffsrechte und eine funktionierende Datensicherung.

Ebenso müssen physische Risiken berücksichtigt werden, beispielsweise Brand, Wasser, Diebstahl oder technische Defekte.

Professionelle Cloud-Infrastrukturen können bestimmte Schutzmaßnahmen bereitstellen, die sich an einem einzelnen Unternehmensstandort nur mit erheblichem Aufwand realisieren lassen.

Allerdings hängt auch dort die Sicherheit von der konkreten Lösung und ihrer Betreuung ab.

Sicherheit ist deshalb kein automatischer Vorteil eines bestimmten Standorts. Entscheidend sind geeignete Schutzmaßnahmen und klar geregelte Zuständigkeiten.

Bedeutet ein eigener Server mehr Kontrolle?

Ein eigener Server bietet dem Unternehmen unmittelbare Kontrolle über die physische Hardware und deren Standort.

Das kann beispielsweise bei besonderen technischen Anforderungen von Bedeutung sein.

Allerdings muss diese Kontrolle auch organisatorisch und technisch ausgeübt werden.

Wer eigene Hardware betreibt, muss dafür sorgen, dass sie gewartet, abgesichert und bei Bedarf erneuert wird.

Bei einer Cloud-Lösung werden bestimmte Aufgaben an den Infrastrukturbetreiber übertragen.

Dafür müssen vertragliche Regelungen, Zugriffsmöglichkeiten und Verfahren zur Datenherausgabe berücksichtigt werden.

Mehr unmittelbare Kontrolle bedeutet deshalb häufig auch mehr Verantwortung für den eigenen Betrieb.

Wann kann ein eigener Server wirtschaftlich günstiger sein?

Ein eigener Server kann insbesondere dann wirtschaftlich interessant sein, wenn die Anforderungen langfristig stabil sind und die vorhandene Hardware gut ausgelastet wird.

Die Anschaffungskosten verteilen sich dann über mehrere Nutzungsjahre.

Bei einer Cloud-Lösung entstehen dagegen häufig laufende Kosten für die bereitgestellten Ressourcen.

Daraus lässt sich allerdings kein allgemeiner Kostenvorteil eigener Server ableiten.

Denn auch der lokale Betrieb verursacht laufende Ausgaben.

Dazu gehören beispielsweise Wartung, Energie, Lizenzen, Datensicherung, Betreuung und die notwendige Absicherung der Infrastruktur.

Deshalb sollte ein Vergleich sämtliche relevanten Kosten über einen geeigneten Zeitraum berücksichtigen.

Ein eigener Server kann günstiger sein. Aber nur ein vollständiger Vergleich zeigt, ob das tatsächlich der Fall ist.

[Was kostet ein eigener Server über fünf Jahre?]

Wann sollten Sie trotz dieser Vorteile über Cloud nachdenken?

Auch wenn gute Gründe für einen eigenen Server bestehen, kann es sinnvoll sein, bestimmte Aufgaben anders zu organisieren.

Vielleicht nutzt Ihr Unternehmen bereits Microsoft 365 und benötigt deshalb weniger lokale Infrastruktur als früher.

Vielleicht steht eine größere Servererneuerung bevor.

Oder neue Anforderungen entstehen durch zusätzliche Standorte oder veränderte Arbeitsabläufe.

Dann sollte geprüft werden, welche Systeme weiterhin lokal betrieben werden müssen und welche möglicherweise aus der Cloud bereitgestellt werden können.

Eine Kombination kann sinnvoller sein als eine vollständige Festlegung auf nur ein Betriebsmodell.

[Hybride IT für Unternehmen]

Wie unterstützt novotec bei dieser Entscheidung?

Wir von novotec betreuen sowohl eigene Server als auch Cloud-Infrastrukturen.

Deshalb muss das Ergebnis unserer Beratung nicht zwangsläufig eine Cloud-Lösung sein.

In einem ersten Gespräch klären wir, welche Anforderungen Ihr Unternehmen hat und welche Probleme gelöst werden sollen.

Anschließend lässt sich festlegen, welche technischen und wirtschaftlichen Fragen genauer untersucht werden müssen.

Wenn ein eigener Server die bessere Lösung ist, können wir auch dessen Bereitstellung und Betreuung übernehmen.

Wenn eine Cloud-Lösung Vorteile bietet, berücksichtigen wir diese Möglichkeit ebenfalls.

Für geeignete Cloud-Infrastruktur arbeiten wir mit Terra Cloud der WORTMANN-Gruppe zusammen.

Unser Ziel ist nicht, eigene Server grundsätzlich durch Cloud zu ersetzen. Wir wollen eine IT gestalten, die zuverlässig funktioniert und wirtschaftlich zu Ihrem Unternehmen passt.

Ist ein eigener Server für Ihr Unternehmen die bessere Wahl?

Vielleicht haben Sie Anwendungen, die eng mit Ihren betrieblichen Abläufen verbunden sind.

Vielleicht möchten Sie vorhandene Hardware weiterhin nutzen.

Oder Sie stehen vor der Frage, ob eine neue Serverinvestition sinnvoll ist.

Dann lohnt sich eine Prüfung der tatsächlichen Anforderungen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

[Wann ist Cloud die bessere Lösung?]

[Cloud oder eigener Server: Die Unterschiede für Geschäftsführer]

[Server ersetzen oder noch einmal investieren?]

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