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Cloud-Wissen für Geschäftsführer

Was ist ein virtueller Arbeitsplatz – und für wen lohnt er sich?

Arbeiten von überall, zentral bereitgestellte Programme und weniger Abhängigkeit vom einzelnen Computer: Was Geschäftsführer über virtuelle Arbeitsplätze wissen sollten.

Ein Mitarbeiter arbeitet morgens im Büro an einem Angebot. Nachmittags setzt er die Arbeit im Homeoffice fort. Am nächsten Tag ist er bei einem Kunden und benötigt erneut Zugriff auf dieselben Programme und Daten.

Für viele Unternehmen gehört dieses standortunabhängige Arbeiten inzwischen zum Alltag.

Doch wie sollte die technische Grundlage dafür aussehen?

Benötigt jeder Mitarbeiter weiterhin einen vollständig ausgestatteten Computer, auf dem sämtliche Programme installiert sind? Oder kann die eigentliche Arbeitsumgebung zentral bereitgestellt werden?

Hier kommen virtuelle Arbeitsplätze ins Spiel.

Sie ermöglichen es, einen vollständigen oder teilweise zentral bereitgestellten Arbeitsplatz über eine Netzwerkverbindung zu nutzen.

Das kann die Verwaltung vereinfachen, die Zusammenarbeit unterstützen und neue Möglichkeiten für mobiles Arbeiten schaffen.

Allerdings sind virtuelle Arbeitsplätze nicht für jedes Unternehmen und jeden Anwendungsfall die richtige Lösung.

Entscheidend ist nicht, wo der Arbeitsplatz technisch betrieben wird, sondern ob Mitarbeiter damit zuverlässig, sicher und wirtschaftlich arbeiten können.

Was ist ein virtueller Arbeitsplatz?

Bei einem klassischen Computer befinden sich das Betriebssystem und viele der benötigten Programme direkt auf dem Gerät.

Der Mitarbeiter startet seinen PC oder sein Notebook und arbeitet mit den lokal installierten Anwendungen.

Bei einem virtuellen Arbeitsplatz kann ein wesentlicher Teil dieser Arbeitsumgebung auf einem zentralen System betrieben werden.

Dieses System befindet sich beispielsweise in einem Rechenzentrum.

Der Mitarbeiter greift über eine geeignete Verbindung darauf zu und sieht auf seinem Bildschirm eine Arbeitsoberfläche, die einem gewöhnlichen Windows-Arbeitsplatz ähneln kann.

Tastatur- und Mauseingaben werden übertragen, während die eigentliche Verarbeitung auf dem entfernten System erfolgt.

Der lokale Computer dient dann vor allem dazu, die Verbindung herzustellen und die Arbeitsumgebung darzustellen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass vor Ort überhaupt keine Technik mehr benötigt wird.

Ein geeignetes Endgerät, eine zuverlässige Verbindung und gegebenenfalls zusätzliche Komponenten für Drucker, Telefonie oder andere Arbeitsmittel bleiben erforderlich.

Ein virtueller Arbeitsplatz ist nicht dasselbe wie Arbeiten mit Cloud-Anwendungen

Diese Unterscheidung ist wichtig.

Ein Unternehmen kann Microsoft 365 nutzen, seine Dokumente in SharePoint speichern und mit Teams zusammenarbeiten.

Trotzdem verwenden die Mitarbeiter möglicherweise ganz normale PCs oder Notebooks, auf denen Windows und weitere Programme lokal installiert sind.

Das ist zunächst kein virtueller Desktop.

Bei einem virtuellen Arbeitsplatz wird dagegen die Arbeitsumgebung selbst ganz oder teilweise zentral bereitgestellt.

Der Unterschied liegt also nicht allein darin, ob Daten im Internet gespeichert werden.

Es geht darum, wo das Betriebssystem und die Anwendungen tatsächlich ausgeführt werden.

Beide Konzepte können miteinander kombiniert werden.

Ein Mitarbeiter kann beispielsweise auf einem virtuellen Windows-Arbeitsplatz arbeiten und dort gleichzeitig Microsoft 365 verwenden.

Welche Arten virtueller Arbeitsplätze gibt es?

Im Markt begegnen Unternehmen verschiedenen Begriffen.

Besonders häufig sind virtuelle Desktops, Cloud PCs und Remote-Desktop-Lösungen.

Sie verfolgen ähnliche Ziele, unterscheiden sich aber in der technischen Bereitstellung und in der Art, wie Ressourcen genutzt werden.

1. Klassische virtuelle Desktops

Bei einer Virtual Desktop Infrastructure, kurz VDI, werden virtuelle Arbeitsplatzumgebungen zentral auf einer Serverplattform bereitgestellt.

Ein Unternehmen kann dadurch mehreren Mitarbeitern virtuelle Windows-Arbeitsplätze zur Verfügung stellen.

Je nach Lösung erhalten Mitarbeiter eigene virtuelle Maschinen oder nutzen zentral verwaltete Arbeitsplatzumgebungen.

Die technische Plattform kann im eigenen Rechenzentrum oder bei einem externen Anbieter betrieben werden.

Die Verwaltung erfolgt zentral.

Das kann insbesondere bei Unternehmen interessant sein, die zahlreiche ähnliche Arbeitsplätze benötigen oder bestimmte Anwendungen kontrolliert bereitstellen möchten.

Allerdings müssen Infrastruktur, Lizenzen, Benutzerverwaltung, Sicherheit und Betreuung sorgfältig geplant werden.

2. Cloud PCs

Ein Cloud PC ist ein virtueller Computer, der als Cloud-Dienst bereitgestellt wird.

Ein bekanntes Beispiel ist Windows 365 von Microsoft.

Dabei erhält ein Benutzer – abhängig vom gebuchten Angebot – eine persönliche Windows-Arbeitsumgebung mit festgelegten Ressourcen.

Der Mitarbeiter kann über geeignete Geräte und Verbindungen darauf zugreifen.

Für Unternehmen kann das interessant sein, wenn Mitarbeiter eine weitgehend einheitliche Arbeitsumgebung benötigen, unabhängig davon, welches Endgerät sie gerade verwenden.

Die Verwaltung und Absicherung der Cloud PCs müssen dennoch organisiert werden.

Auch Softwarelizenzen, die benötigte Rechenleistung und die Eignung der eingesetzten Anwendungen sind zu berücksichtigen.

3. Gemeinsam genutzte Remote-Desktop-Umgebungen

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, mehreren Benutzern Arbeitsumgebungen auf einer gemeinsam genutzten Serverplattform bereitzustellen.

Solche Lösungen werden häufig mit Begriffen wie Remote Desktop Services oder Terminalserver bezeichnet.

Mitarbeiter melden sich an einer zentralen Umgebung an und nutzen dort die bereitgestellten Anwendungen.

Je nach technischer Umsetzung teilen sich mehrere Benutzer bestimmte Serverressourcen.

Das kann bei standardisierten Anwendungen wirtschaftlich interessant sein.

Allerdings müssen insbesondere die Softwareverträglichkeit, die Lizenzbedingungen und die Auswirkungen einzelner Anwendungen auf andere Benutzer geprüft werden.

Wichtig: Nicht jede dieser Lösungen ist für jede Anwendung geeignet. Auch die Lizenzmodelle unterscheiden sich erheblich.

Die Unterschiede auf einen Blick

ArbeitsplatzmodellWo laufen die Anwendungen?Was ist charakteristisch?
Klassischer PC oder NotebookÜberwiegend auf dem lokalen GerätDer Arbeitsplatz ist technisch stark an das Gerät gebunden
PC mit Cloud-AnwendungenLokal und in einzelnen Cloud-DienstenCloud-Nutzung ohne vollständig virtuellen Desktop
Virtueller Desktop (VDI)Auf einer zentralen ServerplattformZentral verwaltete virtuelle Arbeitsumgebungen
Cloud PCIn einer Cloud-UmgebungPersönlicher virtueller Computer als Dienst
Remote Desktop / TerminalserverAuf einer gemeinsam genutzten ServerumgebungZentrale Bereitstellung von Arbeitsumgebungen oder Anwendungen

Die konkrete Ausgestaltung hängt vom jeweiligen Produkt, den Lizenzen und den vereinbarten Leistungen ab.

Welche Vorteile können virtuelle Arbeitsplätze bieten?

Mitarbeiter können von unterschiedlichen Orten arbeiten

Ein wesentlicher Vorteil ist die Möglichkeit, eine zentrale Arbeitsumgebung von verschiedenen geeigneten Endgeräten aus zu nutzen.

Ein Mitarbeiter kann beispielsweise im Büro beginnen und später im Homeoffice auf dieselbe virtuelle Umgebung zugreifen.

Dabei muss nicht zwingend auf jedem Gerät die vollständige Unternehmenssoftware installiert sein.

Das kann die Zusammenarbeit zwischen Standorten und die Organisation mobiler Arbeit vereinfachen.

Voraussetzung ist allerdings eine ausreichend zuverlässige Netzwerkverbindung.

Arbeitsplätze lassen sich zentral verwalten

Wenn viele Mitarbeiter ähnliche Programme benötigen, kann die zentrale Bereitstellung Vorteile bieten.

Anwendungen müssen möglicherweise nicht mehr auf jedem einzelnen Endgerät installiert und gepflegt werden.

Auch bestimmte Einstellungen und Sicherheitsmaßnahmen lassen sich zentral organisieren.

Das kann den administrativen Aufwand reduzieren.

Allerdings entfällt die Verwaltung der lokalen Geräte dadurch nicht vollständig.

Auch diese müssen sicher konfiguriert, aktualisiert und betreut werden.

Neue Mitarbeiter können schneller ausgestattet werden

Wenn die technischen Voraussetzungen bereits geschaffen sind, lässt sich eine vorbereitete virtuelle Arbeitsumgebung häufig vergleichsweise schnell zuweisen.

Ein neuer Mitarbeiter erhält dann Zugriff auf die benötigten Programme und Daten, ohne dass sämtliche Anwendungen auf einem neuen PC installiert werden müssen.

Wie schnell das tatsächlich funktioniert, hängt von der eingesetzten Lösung und den internen Prozessen ab.

Auch Benutzerrechte, Lizenzen und die Bereitstellung eines geeigneten Endgeräts müssen organisiert werden.

Unternehmensdaten können stärker zentral gehalten werden

Bei geeigneter Konfiguration können Anwendungen und Daten überwiegend in einer zentralen Umgebung verbleiben.

Das kann bestimmte Risiken reduzieren, etwa wenn ein lokales Gerät verloren geht.

Es bedeutet aber nicht automatisch, dass keinerlei Daten auf dem Endgerät gespeichert werden.

Zwischenablage, Downloads, Druckfunktionen, Synchronisierung und lokale Zwischenspeicher können weiterhin relevant sein.

Die tatsächliche Sicherheit hängt deshalb von den Einstellungen, den Zugriffsrechten und den Schutzmaßnahmen ab.

Wo liegen die Nachteile und Grenzen?

So interessant virtuelle Arbeitsplätze sein können: Sie bringen auch neue Abhängigkeiten und Anforderungen mit sich.

Ohne Verbindung ist der Arbeitsplatz möglicherweise nicht erreichbar

Ein klassischer PC kann viele lokal installierte Programme auch dann ausführen, wenn die Internetverbindung ausfällt.

Ein virtueller Arbeitsplatz benötigt dagegen in der Regel eine funktionierende Verbindung zur zentralen Umgebung.

Fällt diese Verbindung aus, kann der Mitarbeiter möglicherweise nicht weiterarbeiten.

Für Unternehmen, deren Geschäftsprozesse stark von virtuellen Arbeitsplätzen abhängen, ist deshalb eine zuverlässige Internetanbindung besonders wichtig.

Je nach Anforderungen kann auch eine zweite Verbindung sinnvoll sein.

Nicht jede Anwendung funktioniert gleichermaßen gut

Standardisierte Büroanwendungen eignen sich häufig für zentral bereitgestellte Arbeitsumgebungen.

Anders kann es bei Programmen aussehen, die besondere Anforderungen an Grafikleistung, Hardware, angeschlossene Geräte oder sehr kurze Reaktionszeiten stellen.

Beispiele können bestimmte CAD-Anwendungen, Produktionsprogramme oder Software mit speziellen Schnittstellen sein.

Auch Videokonferenzen und andere Echtzeitanwendungen müssen im Zusammenspiel mit der gewählten Plattform geprüft werden.

Ob eine Anwendung geeignet ist, sollte nicht allein anhand allgemeiner Produktbeschreibungen entschieden werden.

Ein Praxistest kann hier wesentlich aussagekräftiger sein.

Die Leistung muss zum Arbeitsplatz passen

Ein Mitarbeiter, der hauptsächlich E-Mails bearbeitet und Office-Dokumente erstellt, hat andere Anforderungen als jemand, der große technische Zeichnungen bearbeitet.

Die virtuelle Umgebung muss deshalb ausreichend Rechenleistung, Arbeitsspeicher und gegebenenfalls Grafikressourcen bereitstellen.

Zu knapp bemessene Ressourcen können dazu führen, dass Programme langsam reagieren und Mitarbeiter unnötig warten müssen.

Zu großzügig dimensionierte Arbeitsplätze können dagegen vermeidbare Kosten verursachen.

Eine passende Planung ist daher entscheidend.

Die laufenden Kosten können höher sein als erwartet

Virtuelle Arbeitsplätze werden häufig mit monatlichen Gebühren angeboten.

Das erleichtert zunächst die Kalkulation.

Allerdings müssen sämtliche benötigten Bestandteile berücksichtigt werden.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Bereitstellung der virtuellen Arbeitsumgebung
  • Erforderliche Software- und Zugriffslizenzen
  • Betreuung und Sicherheitsmaßnahmen
  • Datensicherung, soweit erforderlich
  • Geeignete lokale Endgeräte
  • Internetanbindung und gegebenenfalls zusätzliche Verbindungen
  • Einrichtung, Anpassung und laufende Verwaltung

Ein virtueller Arbeitsplatz ist deshalb nicht automatisch günstiger als ein herkömmlicher PC.

Die wirtschaftliche Bewertung hängt unter anderem von der Anzahl der Benutzer, ihren Anforderungen und dem gewünschten Betreuungsumfang ab.

Was ist der Unterschied zwischen einem Cloud PC und einem gemieteten Notebook?

Hier entsteht häufig Verwirrung, weil unterschiedliche Leistungen mit ähnlichen englischen Abkürzungen bezeichnet werden.

Ein Cloud PC ist ein virtueller Computer, der in einer Cloud-Umgebung betrieben wird.

Ein gemietetes Notebook ist dagegen ein physisches Gerät, das der Mitarbeiter tatsächlich verwendet.

Unter dem Begriff Device as a Service (DaaS) werden beispielsweise Modelle angeboten, bei denen Unternehmen Notebooks, Arbeitsplatzrechner oder andere Geräte über eine vereinbarte Laufzeit beziehen.

Je nach Vertrag können zusätzliche Leistungen wie Austausch, Wartung oder Gerätemanagement enthalten sein.

Daneben wird DaaS im Markt gelegentlich auch als Abkürzung für Desktop as a Service verwendet.

Damit ist wiederum die Bereitstellung virtueller Arbeitsplätze gemeint.

Beide Bedeutungen sollten deshalb ausdrücklich auseinandergehalten werden.

Ein Unternehmen kann durchaus ein gemietetes Notebook nutzen, um auf einen virtuellen Cloud PC zuzugreifen.

Die beiden Leistungen ergänzen sich dann, sind aber nicht dasselbe.

Ein Cloud PC ersetzt nicht das Endgerät. Er verlagert die eigentliche Arbeitsumgebung auf eine zentral bereitgestellte Plattform.

Für welche Unternehmen können virtuelle Arbeitsplätze sinnvoll sein?

Nicht die Unternehmensgröße allein entscheidet über die Eignung.

Wichtiger sind die Arbeitsweise, die verwendeten Anwendungen und die Anforderungen an den laufenden Betrieb.

Beispiel 1: Ein Unternehmen mit mehreren Standorten

Ein Dienstleistungsunternehmen betreibt mehrere Niederlassungen.

Die Mitarbeiter benötigen weitgehend dieselben Programme und sollen von unterschiedlichen Standorten aus arbeiten können.

Eine zentral bereitgestellte Arbeitsumgebung könnte die Verwaltung vereinfachen und für einheitlichere Arbeitsplätze sorgen.

Ob sich das wirtschaftlich lohnt, hängt unter anderem von den vorhandenen Geräten, den Anwendungen und den laufenden Kosten ab.

Beispiel 2: Ein Unternehmen mit vielen ähnlichen Arbeitsplätzen

Ein Unternehmen beschäftigt zahlreiche Mitarbeiter, die überwiegend dieselben Büroanwendungen verwenden.

Hier kann eine zentral verwaltete virtuelle Arbeitsplatzumgebung Vorteile bieten.

Die IT muss bestimmte Programme und Einstellungen möglicherweise nicht mehr auf jedem einzelnen Gerät individuell pflegen.

Allerdings sollte geprüft werden, ob die zusätzlichen Infrastruktur- und Lizenzkosten durch die organisatorischen Vorteile gerechtfertigt sind.

Beispiel 3: Ein Ingenieurbüro mit anspruchsvollen Anwendungen

Ein Ingenieurbüro verwendet leistungsintensive CAD-Software.

Die Mitarbeiter benötigen hohe Grafikleistung und arbeiten teilweise mit großen Dateien.

Virtuelle Arbeitsplätze können auch für solche Anforderungen geeignet sein, wenn die technische Plattform entsprechend ausgelegt ist.

Das muss jedoch sorgfältig geprüft werden.

Insbesondere Grafikleistung, Reaktionszeiten, Datenübertragung, Lizenzbedingungen und Kosten spielen eine Rolle.

Ein leistungsfähiger lokaler Arbeitsplatz kann in diesem Fall weiterhin die sinnvollere Lösung sein.

Beispiel 4: Ein Unternehmen mit gelegentlicher mobiler Arbeit

Ein kleiner Betrieb beschäftigt Mitarbeiter, die überwiegend im Büro arbeiten und nur gelegentlich von zu Hause auf Dokumente und E-Mails zugreifen.

Möglicherweise reichen dafür klassische Notebooks mit geeigneten Cloud-Anwendungen und sicheren Zugriffsmöglichkeiten aus.

Eine vollständige virtuelle Desktop-Infrastruktur wäre dann unter Umständen unnötig aufwendig.

Diese Beispiele zeigen: Ein virtueller Arbeitsplatz ist eine Möglichkeit, aber keine allgemeingültige Empfehlung.

Wie sicher sind virtuelle Arbeitsplätze?

Die zentrale Bereitstellung kann Sicherheitsvorteile ermöglichen.

Beispielsweise können Zugriffe kontrolliert, bestimmte Daten zentral gehalten und technische Einstellungen einheitlich verwaltet werden.

Allerdings entstehen dadurch nicht automatisch sichere Arbeitsplätze.

Auch virtuelle Umgebungen benötigen regelmäßige Sicherheitsupdates, geeignete Berechtigungen, Schutz vor Schadsoftware und eine sichere Anmeldung.

Eine Mehr-Faktor-Authentifizierung kann dabei eine wichtige Maßnahme sein.

Zusätzlich müssen die lokalen Endgeräte geschützt werden.

Denn ein kompromittiertes Gerät kann auch beim Zugriff auf eine virtuelle Arbeitsumgebung Risiken verursachen.

Ebenso wichtig ist die Frage, wie Daten gesichert und bei Bedarf wiederhergestellt werden können.

Ein virtueller Arbeitsplatz verändert die Sicherheitsarchitektur. Er ersetzt kein Sicherheitskonzept.

Wer betreut die virtuellen Arbeitsplätze?

Auch hier gilt: Die technische Bereitstellung und die laufende Betreuung sind unterschiedliche Aufgaben.

Ein Anbieter kann die Infrastruktur für virtuelle Arbeitsplätze zur Verfügung stellen.

Damit ist jedoch nicht automatisch geregelt, wer Benutzer einrichtet, Anwendungen installiert, Berechtigungen verwaltet oder Mitarbeiter bei Problemen unterstützt.

Hinzu kommen Fragen rund um die lokalen Endgeräte und die Netzwerkverbindungen.

Wenn beispielsweise ein Mitarbeiter seinen virtuellen Arbeitsplatz nicht erreichen kann, muss zunächst festgestellt werden, ob das Problem am Endgerät, an der Verbindung, an der Anmeldung oder an der zentralen Umgebung liegt.

Für einen reibungslosen Betrieb sollten die Verantwortlichkeiten deshalb eindeutig vereinbart werden.

Das gilt insbesondere dann, wenn mehrere Anbieter und Dienstleister beteiligt sind.

Was kosten virtuelle Arbeitsplätze im Vergleich zu klassischen PCs?

Ein fairer Vergleich muss beide Varianten vollständig betrachten.

Beim klassischen Arbeitsplatz entstehen Kosten für die Anschaffung oder Miete des Geräts, die Software, die Einrichtung und die laufende Betreuung.

Beim virtuellen Arbeitsplatz kommen Kosten für die zentrale Umgebung, Lizenzen, Verwaltung und Netzwerkverbindungen hinzu.

Ein lokales Endgerät wird weiterhin benötigt, kann je nach Anforderungen aber möglicherweise einfacher ausgestattet sein.

Ob sich daraus ein wirtschaftlicher Vorteil ergibt, hängt von der konkreten Situation ab.

Ein Unternehmen mit vielen standardisierten Arbeitsplätzen kann zu einem anderen Ergebnis kommen als ein Betrieb mit wenigen, sehr unterschiedlichen Arbeitsplätzen.

Auch vorhandene Geräte und bereits getätigte Investitionen sollten berücksichtigt werden.

Die richtige Frage lautet nicht: „Ist ein virtueller Arbeitsplatz günstiger?“ Sondern: „Welche Lösung ermöglicht unseren Mitarbeitern über mehrere Jahre hinweg zuverlässiges und wirtschaftliches Arbeiten?“

Sieben Fragen vor der Einführung virtueller Arbeitsplätze

1. Welche Programme nutzen unsere Mitarbeiter tatsächlich?

Erstellen Sie eine Übersicht der benötigten Anwendungen und prüfen Sie deren technische Voraussetzungen.

2. Welche Mitarbeiter benötigen einen virtuellen Arbeitsplatz?

Nicht jede Tätigkeit erfordert dieselbe Lösung. Unterschiedliche Arbeitsplatzmodelle können innerhalb eines Unternehmens sinnvoll sein.

3. Wie zuverlässig ist unsere Internetanbindung?

Prüfen Sie, welche Auswirkungen eine Verbindungsstörung auf die Arbeitsfähigkeit hätte.

4. Welche Leistung benötigen die einzelnen Arbeitsplätze?

Büroanwendungen, Grafikprogramme und spezielle Branchensoftware stellen unterschiedliche Anforderungen.

5. Wie werden Benutzer, Geräte und Zugriffsrechte verwaltet?

Klären Sie, wer neue Mitarbeiter einrichtet, Änderungen umsetzt und ausgeschiedene Mitarbeiter zuverlässig aus den Systemen entfernt.

6. Welche Sicherheits- und Datensicherungsmaßnahmen sind erforderlich?

Berücksichtigen Sie die zentrale Arbeitsumgebung ebenso wie die lokalen Endgeräte und die verwendeten Anwendungen.

7. Wie hoch sind die Gesamtkosten?

Vergleichen Sie die Kosten über einen angemessenen Zeitraum und beziehen Sie sämtliche benötigten Leistungen ein.

Fazit: Virtuelle Arbeitsplätze sind eine Möglichkeit, kein Selbstzweck

Virtuelle Arbeitsplätze können Unternehmen helfen, Arbeitsumgebungen zentral bereitzustellen, Mitarbeiter an unterschiedlichen Standorten zu unterstützen und die Verwaltung bestimmter Anwendungen zu vereinfachen.

Sie können aber auch zusätzliche Abhängigkeiten, technische Anforderungen und laufende Kosten verursachen.

Nicht jeder Mitarbeiter benötigt einen Cloud PC.

Nicht jede Anwendung eignet sich für eine virtuelle Desktop-Umgebung.

Und nicht jedes Unternehmen profitiert davon, seine Arbeitsplätze vollständig zu zentralisieren.

Manchmal sind klassische Notebooks mit gut organisierten Cloud-Anwendungen die bessere Wahl.

In anderen Fällen können virtuelle Arbeitsplätze erhebliche organisatorische Vorteile bieten.

Entscheidend ist, dass die Technik zu den Menschen, ihren Aufgaben und den Abläufen im Unternehmen passt – nicht umgekehrt.

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cloud.hamburg ist ein Wissensangebot der novotec GmbH aus Hamburg. Die Inhalte dienen der allgemeinen Orientierung. Welche Arbeitsplatzlösung im Einzelfall geeignet ist, hängt von den verwendeten Anwendungen, den technischen Voraussetzungen und den organisatorischen Anforderungen des jeweiligen Unternehmens ab.

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